ARTICLES WRITTEN BY MAURITIA ABOUT SALMON FISHING ON THE FAROE ISLANDS
ARTIKEL GESCHRIEBEN VON MAURITIA ÜBER FLIEGENFISCHEN AUF LACHS AUF DEN FÄRÖER INSELN
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… sorry in German language only …

Artikel erschienen im Fliegenfischer Magazin "Der Fliegenfischer"

Die Einladung zum Salmon Dinner des North Atlantik Salmon Funds (NASF) führte mich nach London, in die ruhmreichen Hallen des Museum of Science. Dort wurde ich durch gemeinsame Freunde aus Norwegen mit Hans Andreas und seiner Frau von den Färöer Inseln bekannt gemacht. Hans, ein dynamischer nordischer Typ mit forschen Augen, war von Orri Vígfusson als Repräsentant der Färingischen  Reeder eingeladen werden. Mit deren freundschaftlichen Unterstützung hatte Orri Fangquoten für atlantischen Lachs bei den Färöer-Inseln aufkaufen können.
Hans Andreas Frage "Schon mal im Nordatlantik gefischt, etwa auf Island?" mußte ich leider verneinen. Daraufhin erläuterte er mir, das die Färöer Inseln ebenso stark von der Fischerei geprägt seien und seine Frau fügte an, daß  es dort hervorragende Möglichkeiten fürs Fliegenfischen aus Lachs und Forelle gäbe. Jeder passionierte Angler sei herzlich willkommen. Als beste Reisezeit empfahlen mir die beiden den August und September. Seit dieser Begegnung beschäftigte mich der Gedanke an eine Reise auf die Färöer immer wieder. In mir was ein Wunsch geboren …

Anreise

Unter den Anreisemöglichkeiten wählte ich 2005 die Fähre von Hansholm in Dänemark nach Thorshavn auf den Färöern. Das ist zwar die wesentlich zeitaufwändigere Variante doch die 32stündigen Überfahrt auf einer erst zwei Jahre alten Luxusfähre war herrlich und zudem erheblich billiger als die Flüge.
Mein erster Eindruck von den Färöern bestätigte meine Vorstellungen: imposante, grüne bewachsene Berghänge, vielfach strukturiert durch Sturzbäche. Tórshavn, die kleinste Hauptstadt der westliche Welt, ist ein bunter, sauberer Ort, geprägt vom Hafen mit unzähligen Fischerboten und einem attraktiven mittelalterlichen Ortskern.
Die Färinger haben eine angenehmen innere Ruhe und zugleich eine aufgeschlossene Fröhlichkeit. Dies erlebte ich schon am Fremdenverkehrsamt direkt am Hafen. Mit Unterstützung von Hildur Durhuus und der Reiseorganisation Green Gate fand ich in einem historischen Bootshaus mit Grassondendach für die folgenden 17 Tage Logis. Und von Hans Andreas erhielt ich als typisch färingisches Begrüßungsgeschenk eine Riesenportion tiefgekühlten Rotbarsch. Sein Schiff was eben mit 100 t Fisch von den Fanggründen vor Grönland zurückgekehrt. 
Die Inseln sind klein, gut zu befahren und einander mit Fähren verbunden. Kein Punkt ist weiter als fünf Autominuten vom Meer entfernt. So wundert es auch nicht, daß man praktisch überall angeln kann, ob in den Flüssen, den Süßwasserseen, in den Fjorden, an den Molen oder auf dem Meer.

Auf Lachs und Meerforelle

Mein Hintergedanke bei dieser Reise war, neue und bezahlbare Reviere fürs Lachsfischen zu entdecken.  Da erwartete ich mir natürlich keine Fischerei, wie sie sich nur Wohlbetuchte auf Island, in Rußland oder an norwegischen Prime-Gewässeren leisten gönnen. 
Und siehe da! Es gibt auf den Färöern vielfältige und denkbar preiswerte Möglichkeiten auf Lachs und Meerforelle und in den Bergseen auf große Bachforellen. 
Die Fliegenfischerei auf Lachs konzentriert sich im wesentlichen auf die Seen des Leynarvatn und Saksunarvatn. In guten Jahren werden im Saksunarvatn im Jahr durchschnittlich bis zu 200 und im Leynarvatn bis zu 400 Lachse und Meerforellen gefangen, etwas im Verhältnis von 80% Lachsen zu 20% Meerforellen. Nur für diese beiden Seen auf der Hauptinsel Streymoy braucht man Lizenzen. Die Tageskarte kostet 350 DKK.
Am relativ kleinen Saksunarvatn habe ich am meisten gefischt. Mehrere Zuläufe und Wasserfälle von den Berghängen speisen diesen See und beim malerischen Ort Saksun mündet sein Auslauf in einen pittoresken Fjord ins Salzwasser. Auch dort fischt man aussichtsreich auf Lachs und Meerforelle.
Aber Vorsicht! Die Gewalt des Meeres wird mit unter sogar von Einheimischen verkannt. Vor ein paar Jahren ertrank hier ein dreifacher Familienvater beim Meerforellenfischen, als er die hereinkommende Flut unterschätzte und um Sand steckenblieb.
Überraschend, daß es auf den Färöern nur sehr wenige Flußpartien gibt, in denen Lachse und Meerforellen erfolgreich laichen können. Die Bäche sind als Laichgewässer zu klein. Die Fische müssen also in die Seen aufsteigen und dann in den Randzonen der Einläufe ablaichen.
Auch eine durchgehende Fischerei in den Flüssen ist kaum möglich, da sie kein konstantes Wasser führen. Bei den vielen starken Regenfällen schwellen sie heftig an, werden dann jedoch schon nach einem halben Tag wieder zu steinigen Rinnsalen. Immerhin sollen, z.B bei den Mündungen der Flüsse Stora oder Dala, einige Buchten durchwegs gute Fischerei auf Meerforelle und Lachs ermöglichen.
Doch auch in den vielen Fjorden und an Einmündungen von Wasserläufen kann man sein Glück versuchen. Nur braucht man sich dort nicht zu wunderen wenn ein gehakter Lachs auf einmal übermächtige Kraft entfaltet - wenn ihm eine Robbe gepackt hat.
Ab Mitte August steigen nach großen Regenschüben Lachse und prächtige Meerforellen in die genannten Seen auf und drehen dort ihre Runden, bis sie laichreif sind. Dabei kann man sie mit bloßem Augen in Gruppen von 15 bis 20 Tieren ziehen sehen - ein außergewöhnliches Naturerlebnis, wenn diese Fische mit ihren mächtigen Rücken in schöner Regelmäßigkeit durch die Wasseroberfläche wogen.

Das Angeln

Bei solch kleinen Seen, den ca. 300 Mitgliedern des färingischen Sportfischereivereins und deren Begeisterung fürs Lachsangeln werden nun die besten Angelplätze so stark frequentiert, daß sie kaum zusätzliche Angler verkraften. Von Mitte August bis Ende September lassen die Färinger ihrer Anglerseele freien Lauf. Da macht man in einem Sommerhaus in der Nähe seiner Lieblingsstellen Fliegenfischer Urlaub.  
Der Respekt, mit dem man Lachsen und Meerforellen begegnet, ist groß, ja irgendwie huldvoll.  So erlebte ich jedenfalls Jens Christian Carlsson. Er ist ein hervorragender Fliegenfischer und kennt den Saksunarvatn schon von Kindheit an. Sein Großvater war sein Lehrmeister.
Zunächst verschafft er sich einen Überblick, wo die Fische gerade im See kreisen. Er fischt nämlich ausschließlich auf Sicht. Und nur mit Mustern, die er selbst im Wasser gut ausmachen kann.
Dann wirft er eine Schule oder auch einen Einzelgänger an und beobachtet, ob die Fliege ignoriert wird … Dank seines werferischen Könnens und seines Gespürs für die richtigen Service-Taktiken geht er selten mit weniger als zwei Lachsen nach Hause. Auch wenn andere blank von dannen ziehen.
Als ungeschriebenes Gesetz gilt auf den Färöern, daß "foul", d.h. nicht im Maul gehackte Fische zurückgesetzt werden. Unfaßbar deshalb am Tag meiner Ankunft für alle Färinger das Verhalten eines auswärtigen Anglers, der eine Meerforelle gerissen, gelandet und getötet hatte. Mit ca 9 kg war sie die bisher schwerste auf den Färöern.
Es gibt auf den Färöer weder ein Catch&Relaese Gebot und das Schonmaß für Lachs und Meerforelle beträgt 30 cm. Deshalb möchte ich schon heute an alle künftigen Färöer Besucher appellieren, Fairness und Rücksichtnahme zu beweisen.
Höchst sympathisch an den Färingern ist, wie aufgeschlossen und bereitwillig sie korrekte Gastangler aufnehmen. Deren Zahl ist allerdings immer noch verschwindend gering. Aus Deutschland kommen jedenfalls, soweit ich dies überblicke nur zwei ostfriesische Brüder. Doch sie fischen hier schon seit zwanzig Jahren auf Lachs und genießen auf den Färöer geradezu einen Ikonen Status. Bewußt ließen sie in Deutschland nichts über die paradiesischen Angelmöglichkeiten hier verlauten und mein Besuch bereitet ihnen wohl eher gemischte Gefühle.

Färingische Besonderheiten

Die offenbar besten Bedingungen zum Fischen sind Wetterlagen mit wechselnder Bewölkung und starken Winden. Das Wetter wechselt auf den Inseln sehr rasch und häufig. Wird man am Morgen noch von heftigem Wind gebeutelt, kann man schon nachmittags wieder an spiegelglattem Wasser stehen.
Das Fliegenfischen ist die beliebteste Methode. Nur noch ältere Männern, Kinder und Unverbesserliche greifen zu anderem Gerät.
Auf Lachs und Meerforelle verlassen sich die Färinger ausschließlich auf Einhandruten um 10 Fuß und die Schnurklasse 7. Ihre Vorfächer haben mindestens die doppelte Rutenlänge und Vorfachspitzen wählen sie nicht stärker als 24 - 28 mm.
Diese extrem langen Vorfächer haben folgende Grund: die Fische ziehen in den Seen oft in Ufernähe und sind so scheu, daß ihre Schulen fluchtartig auseinanderstoben, wenn man sie überwirft. Mit einem langen Vorfach nähert man sich ihnen vorsichtiger und eleganter, vor allem, wenn man den färingischen Wind beim Platzieren der Fliege nutzen kann.
Wichtig ist auch genügend Backing. In den Seen können die Fische zwar keine Strömung nutzen, doch dafür haben sie unbegrenzten Fluchtraum.
Als Liebhaberin englischer Fliegen habe ich mich gefreut, daß man hier vor allem klassische Muster benutzt. Beliebt sind Hairy Mary für dunkle Lichtverhältnisse, sowie Teal&Blue auf Singlehooks Gr 8 bis 10. Ja, manche Angler benutzen ihr leben lang nur diese beiden Muster oder gar ausschließlich die Teal&Blue.
Da gelangt man zu dem Schluß , daß letztendlich nicht die Fliege entscheidend ist, sondern die Präsentation und natürlich das nötige Quentchen Glück. Aber warum, ob und wann ein Lachs überhaupt die Fliege nimmt, wird wohl immer im Verborgenen bleiben.
Obwohl auch hier oft von entkommenden Zuchtlachsen die Rede ist, sind die Lachse der Färöer fast ausschließlich gezogene Wildfische. Entkommende Zuchtlachse ziehen meist planlos in den Fjorden umher und schließen sich nur vereinzelt den Wildlachsen an.
Seit den frühen 60er Jahren ist der Färingische Sportangelverein um den Lachsbestand der Inseln bemüht. Ursprünglich wurden Isländische Fische zur Bestandstärkung herangezogen. Heute wird starken Elternfischen Laich entnommen und die Brütlinge werden dann in den Bächen und Seen ausgesetzt. Inzwischen haben die färingischen Lachse den Bestand an Meerforellen in den beiden Seen überholt.

Forellenfischerei

Bei meinem Aufenthalt habe ich mich hauptsächlich dem Lachsangeln gewidmet. Doch liegt wohl der eigentliche Reichtum der Färöer in ihren traumhaften Forellenseen und dem Bestand an Meerforellen an den Küsten. Fast alles ist leicht mit dem Auto zu erreichen. Und sind es nicht gerade jene funkelnden, versteckt liegenden Berggewässer, die auf uns den größten Reiz ausüben?
Es gibt unzählige kleinere, kristallklare Seen in grandioser Natur mit reichem, natürlichen Forellen Populationen. Und die großen Exemplare um 40 cm sind kampfstark wie Lachse. Sofern die Gewässer Verbindung zum Meer haben - wie z.B: der Sandsvatn auf der Insel Sandoy - kann man dort außerdem mit Lachs und Meerforelle rechnen. Trotz solch toller Möglichkeiten sind die Färinger nicht sehr interessiert am Forellenfischen. Manch ein Forellensee hat so gut wie noch nie eine künstliche Fliege gesehen. Doch muß ich hier zu absolut respektvollem Umganag in Bezug auf Nachhaltigkeit appellieren (siehe Artikel Bachforelle).
Zusammen mit Johan Svensson, dem ehemaligen Vorsitzenden des Färingischem Angelsportvreiens, besuchte ich die Insel Sandoy. Es war ein typisch färingischer Angeltag. Wir hatten Sandwiches und Bier dabei und während wir ungünstige Wetterphasen absaßen, lauschte ich Johans Berichten über tolle Fangtage. All diese machten mich noch neugieriger und ich werde wiederkommen, um rund um die Bachforelle Erlebnisse zu sammeln.

Bezaubert von den Färöer Inseln

Natürlich darf bei einer Angelreise auf die Färöer ein Ausflug auf einem kleinen Fischkutter nicht fehlen. Dabei kann man die Inseln mit ihren schroffen Berghängen, Wasserfällen und Klippen vom Meer aus betrachten. Abertausende von Seevögeln auf Ihren Nistplätzen beobachten und die färingische Natur in Muße auf sich wirken lassen.
Die Färöer sind ein Kleinod. Ihre einzigartigen Landschaften, ihre offenen, herzlichen Menschen und die kameradschaftliche Art, mit der die Färinger Gastangler aufnehmen und teilhaben lassen, haben mich gefangen genommen.

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Artikel erschienen in gekürzter Form im Fliegenfischer Magazin "Fisch & Fliege"

„Wir haben nichts anderes als Fisch“


Jogvan ist ein typischer Färinger. Leicht torkelnd steht er vor mir, denn der Genuss von Bier und Schnaps zeigt Wirkung. Doch wenn er über seine Heimat spricht, redet er mit fester Stimme. Ich sitze im Glitnir, einer Hafenkneipe in Torshavn, der Hauptstadt der Färöer Inseln. Es ist ein Platz, der nachdenklich stimmt. In den wettergegerbten Gesichtern des Stammklientels hat der elementare Kampf zwischen Mensch und Meer seine Spuren hinterlassen. Nahezu jeder weiß etwas über einen Freund zu berichten, der bei „stürmischem, sehr stürmischem Wetter“ über Bord ging. Angesichts solcher Tragödien ist der Alkohol nicht weit – wie bei Jogvan, der nun schwankend und mit entschuldigender Haltung darauf wartet, dass ich etwas entgegne. Erst vor kurzem hat das Magazin NATIONAL GEOGRAPHIC die letzten Paradiese dieser Welt bewertet. Die Färöer haben den ersten Platz belegt. Jeder mag hier finden, was er will, eines sind die Färöer definitiv: ein Paradies für Angler.

Stichwort: Seen

Die Färöer bestehen aus 18 Inseln von unterschiedlicher Größe und liegen im Nordatlantik, genauer gesagt zwischen Schottland und Island, inmitten einem der fischreichsten Gewässer der Welt. Auf dem Archipel, das die Färöer bilden, ist kein Punkt weiter als 5 km vom Meer entfernt. Das Angeln beschränkt sich auf den Färöer hauptsächlich auf die Inseln Streymoy, Sandoy und Eysturoy. Weniger aufgesucht werden die Seen auf Vagar, die Buchten von Suduroy und so gut wie gar nicht die im Norden gelegenen Inseln. Zugegeben: Leider angelt man auf den Färöer auf Lachs und Bachforelle fast ausschließlich in Seen. Durch das enorme Gefälle der färingischen Landschaft, bei dem sich Berggipfel von bis zu 880 Meter in wenigen hundert Meter auf Meeresniveau stürzen, sind Flüsse eigentlich nur Regenwasserläufe, wenngleich ungleich pittoreske. Es gibt allerdings Ausnahmen. Vor allem aber es gibt es eine Vielzahl an Vorzügen, die „Seeskeptiker“ davon überzeugen, dass die Färöer ihren Rang auf der Paradies-Hitliste verdienen. Oder anders gesagt: Die vier Attribute, die Angeln auf den Färöer Inseln einzigartig machen sind Artenreinheit, Freiheit, Aufmerksamkeit und der mystische Zauber des Nordens.

Artenreinheit

Es gibt auf den Färöer kaum einen Tag an dem zur Lachssaison kein Fisch gefangen wird. Einen Lachs zu fangen kann etwas Alltägliches sein und Zahlen von bis zu 20 Fischen sind keine Seltenheit. Natürlich werden nicht immer Superlative erreicht, meist sind es Fische mittlerer Größe, doch kann ein Lachs bisweilen schon auf ein Gewicht von bis zu 10 kg kommen. Das Fischen auf Meerforellen steht dem Lachsangeln jedoch an Attraktivität in nichts nach. Sehenswert und für Meerforellenliebhaber ein Muss ist das südlich gelegene Suduroy. Dort kann man davon ausgehen, der einzige Angler an den entlegenen Sandbuchten zu sein. Tatsächlich verfügen die Färöer über unerschöpfliche Vorkommen an Meerforellen. Sie sammeln sich in allen Buchten rund um das Archipel, wo sie sich zusammen mit Hunderttausenden von Plattfischen über den sandigen Meeresböden in erster Linie von Sandaalen ernähren und auch teilweise mit den Lachsen in die Seen aufsteigen. Überhaupt nehmen die Färöer eine Sonderstellung ein, was die natürliche Reinheit und Artenvielfalt angeht. Man muss sich nur einmal vor Augen halten, dass man hier in zwei Seen noch kleine Vertreter des genetisch reinen Arctic Char antrifft, und auch die Spezies der färingischen Bachforelle in dieser genetischen Unverfälschtheit sonst nur noch in den Gewässern der Insel Isle of Skye existiert. So kann der Angler je nach Bedingungen und Gusto wechseln zwischen Fliegenfischen auf Lachs, auf Meerforelle oder Bachforelle und, da alle Gewässer nur wenige Autominuten voneinander entfernt liegen, je nach Windrichtung und Regenmenge der Tage zuvor sein individuelles Gebiet für den jeweiligen Angeltag abstecken.

Am Saksunarvatn angele ich am liebsten auf Lachs. Der See liegt ca. 45 Minuten außerhalb von Torshavn und rahmt den verträumten Weiler Saksun ein. Die Lage hoch über einem Kessel mit einem Meeresfjord, umringt von 700 Meter hohen Bergen macht Saksunarvatn geradezu legendär. Oberhalb der Lachssee und ein paar Hundert Meter tiefer gelegen die Bucht mit dem malerischen Fjord. Bei Ebbe trocknet ein Teil aus, so dass man durch einen Canyon bis zum offenen Meer zu einer der schönsten Stellen für den Fang von Meerforellen laufen kann. Im Sommer und Herbst sammeln sich hier in der Bucht im Restsee, im Übergang von Ebbe und Flut die Fische und warten auf den Aufstieg. Eine wunderbare Herausforderung für den guten Angler. Doch ein Wort der Warnung: Diese Augenblicke weilen oft nur kurz. Hüten Sie sich davor, nicht rechtzeitig zurück oder gar im Dunklen unaufmerksam zu sein. Ein Angler und Vater von drei Kindern ist von dieser Stelle nicht mehr zurückgekehrt.

Freiheit

Unerschütterlich im Glauben an umsichtiges Verhalten seitens aller Angler benötigt man auf den Färöer für die meisten Seen, in denen man Bachforellen antrifft, keine Angelerlaubnis. Ebenso ist die Stora bei Hvalvik einer der wenigen Orte, an dem man lizenzfrei schon mal einen Lachs während der Saison fangen kann, obendrein einer der seltenen Lachsflüsse, eine Rarität also. Die einzigen Stellen der Färöer, für die ein Angelkarte benötigt wird, sind die beiden Lachsseen Leynarvatn mit seinem Zufluß Mjáuvøtnini und der spektakulär gelegene, romantische Saksunarvatn. Bei allen anderen Gewässern, die sich zum Teil in Privatbesitz befinden, möchte ich dringend empfehlen, Catch&Release zu praktizieren. Nebenbei: es mag manch einen ausländischen Angler verwundern, dass diese Praktik im Kodex der Färinger noch keinen festen Platz gefunden hat – die Erklärung ist denkbar einfach. 98% des Bruttoninlandsproduktes der Färöer speist sich über Fisch. Ohne Fisch gäbe es heute keine Wirtschaft – und früher hätte es ohne Fisch überhaupt kein Leben gegeben. Insofern besteht ein gänzlich anderes Verhältnis zu diesem Tier. Nicht respektloser. Nur einfach dem Alltag zugehöriger. Obwohl man den Färingern zugestehen muss, dass bei den jüngeren Fliegenfischern bereits eine Tendenz zum Catch&Release zu beobachten ist.

Aufmerksamkeit

Als ich im Glitnir sitze, bin ich gerade vom Leynarvatn zurückgekehrt, einem der beiden Seen, in denen man auf den Färöer auf Lachs angelt. Er liegt ca. 30 km von der kleinen Hauptstadt Torshavn entfernt, wo ich mich auch in einem kleinen Sommerhäuschen eingemietet habe. Leynarvatn darf man gut und gerne als den Hot Spot für Lachs bezeichnen, und da er sich praktisch vor den Toren Torshavns befindet, sind dort auch die meisten Angler präsent. Wer es gesellig mag, sich gerne mit Einheimischen über das Thema Lachs austauscht und viele Tipps bekomme möchte, ist dort gut aufgehoben.
In der Hochsaison ab Mitte August bis Ende September, trifft man täglich bis zu 30 Angler an. Den Rest des Jahres jedoch genießt man völlige Zurückgezogenheit. Das Angeln mit der Fliege ist die Regel, die Ausnahme bilden Spinnangler. Oder ganz unerschrockene Vertreter, die unbeirrbar mit leuchtend rotem Schwimmer und Shrimps fischen, die man ein wenig augenzwinkernd ihrem Glück überlassen darf. Denn ohne Zweifel ist Leynarvatn das gehegte Lieblingskind des färingischen Angelsportvereines, der etwa 320 Mitglieder zählt. Jedes Jahr wird der See mit Jungfischen besetzt und sehr aufwändig hat man eine Fischtreppe vom Aufstieg an der Küste bis hinauf zum See errichtet. Die Aufsteiger lassen sich schön beobachten und photographieren und sinnvollerweise herrscht in diesem Bereich immer Angelverbot. Es ist zu empfehlen, sich bereits bei Sonnenaufgang am See einzufinden. Oft herrscht eine geradezu verwunschene Stimmung mit sich allmählich lichtenden Nebelschwaden, und auch die Kontakte mit den Lachsen sind häufiger und aufgeschlossener. Auf jeden Fall aber genießt man herrliche Ruhe.

Jogvan im Glitnir dagegen kommt gerade erst in Fahrt und beginnt, mir seine Lebensgeschichte zu erzählen – wenngleich nicht in epischer Breite, denn inzwischen weiß er um mein Interesse am Thema Fisch. „Meine Mutter ist vor drei Monaten gestorben. Hier auf den Färöer hatten wir nichts, wissen Sie? Wir mussten uns von Wal ernähren – eigentlich hat uns immer nur das Meer ernährt. Wir haben nichts anderes als Fisch!“ In diesem Moment fällt mir auf, dass die Färinger und die Deutschen offensichtlich eine zweifelhafte Gemeinsamkeit teilen: Beide sind es gewohnt, bei einem Gespräch mit einem Besucher seines Landes auf einen ganz bestimmten Aspekt – und stets den gleichen – angesprochen zu werden. Die färingische Geschichte ist wie die deutsche eine entbehrungsreiche. Mit dem Unterschied, dass Färinger von einer gewissen Grundzufriedenheit, zumindest aber von einem Stolz gegenüber ihrem Land geprägt sind. Zu Recht.

Und schließlich: der Zauber der Seen selbst – etwas für Könner

Dem nordischen Zauber vermag sich auf den Färöer mit seinen Bergen und Gewässern keiner zu entziehen. Sicherlich ist das Fliegenfischen auf Lachs in Seen für viele Angler nicht erste Wahl. Ich gebe zu, ich genieße es zwischendurch ebenfalls, die Fliege dem Fisch mit dem Strom zu präsentieren. Und doch habe ich die Besonderheit des „stillen“ Wassers sehr zu schätzen gelernt. Blickkontakt zum Fisch stellt sich verhältnismäßig häufig ein, was es ermöglicht, ihn direkt anzuwerfen. Meist ziehen ganze Schwärme von Tieren ihre Kreise rund um den See und so kann es vorkommen, dass bis zu drei Angler gleichzeitig einen Fisch haken und zu landen versuchen. Dadurch, dass der Angelsportverein in den färingischen Lachsgewässern jedoch eine Angelpause für Sonntag und täglich von 13:00 bis 14:00 Uhr eingeführt hat, hat man den Angeldruck ein wenig entschärft und die besten Plätze können so in einer Art Rotation neu besetzt werden. Ellbogenprinzip hilft, nebenbei gesagt, allerdings auch. In den kristallklaren und sauerstoffreichen Gewässern gibt es Bereiche mit einer herrlichen Unterwasserwelt. Je nach Windrichtung kann man den richtigen Standort zum Werfen auswählen und braucht sich auf den baumlosen Färöern nicht um „Hänger“ zu sorgen. Der Umstand, dass der Fisch im Stillwater besonders scheu und aufmerksam ist, erfordert einen gekonnten und bisweilen weiten Wurfstil. Selten hakt der Anfänger einen Fisch und die Fangzahlen der guten Caster sind überproportional. Die Statistik im Fluss sieht mit Sicherheit anders aus. Seen sind etwas für Könner. Mit sehr langen und möglichst feinen Vorfächern lässt sich die Fliege dem Fisch unauffällig präsentieren, Vorfachlängen von 2facher Rutenlänge bei 10 Fuß Ruten sind die Norm bei einer Vorfachstärke zwischen 22 und 28 mm. Und die nordatlantische Brise trägt das feine Vorfach. Immer wird mit Einhandruten gefischt. Doppelhandruten oder gar Schussköpfe sind hier wohl nicht feinsinnig genug. In der Regel fischt der Färinger mit einer WF Schwimmschnur und einer 7er Schnurklaase. Seit kurzem sieht man auch mehr grazile Tubeflies im Gebrauch. Aber als sehr fängige Fliegen haben sich je nach Bedingung die Teal Blue & Silver, oder die Hairy Mary bewährt. Ich selbst benutze gerne Shrimp Flies und habe mit diesen all meine färingischen Lachse gefangen.

Auch Jogvan ist noch beim Thema Fisch. „Mein Bruder und ich hatten Restur fish und Grind zum Abendessen“, also halbvergorenen Hering und Grindwalfett, „Das war so gut!“ Wenn es denn mit der deutschen Geschichte auch so einfach wäre, und wir unsere Kultur über ein so interessantes Tier wie den Fisch definieren könnten. Doch das bleibt Paradiesen vorbehalten.

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